Fragen an Ulrich Parzany
Wenn Ihnen beim Lesen dieser Website und meines Buches "Christ. Glauben. Leben" Fragen gekommen sind, auf die Sie Antworten suchen, können Sie gerne mit mir Kontakt aufnehmen.
Ich werde mich bemühen, Ihre Fragen zeitnah zu beantworten.
Ulrich Parzany
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Ihre Fragen
Sehr geehrter Herr Parzany
Das Thema Gebet behandeln Sie in Ihrem Buch. Haben Sie es schon einmal selbe erlebt, daß Gott eingegriffen hat und ein großes Wunder getan hat?
Soviele Menschen die nicht beten und es klappt scheinbar in deren Leben.
Gott hat doch versprochen einem Weisheit zu geben, wenn es in einem bestimmte Bereich nötig ist. Was ist, wenn man keine Antwort - keine Weisheit bekommt? Dran bleiben im Gebet?
Danke für Ihre Antwort
Antwort von Ulrich Parzany:
Ich lebe von lauter Wundern, die ich nur als Antworten auf meine Gebete verstehen kann. Jeder Tag ist ein neues Geschenk. Gott ist nicht nur der Schöpfer, sondern auch der Erhalter unseres Lebens. Viele haben die traurige Weltsicht, dass alles automatisch abläuft wie eine Maschine und Gottes Eingreifen nur eine seltene Ausnahme sei. Das ist völlig falsch. Wir können keinen Atemzug tun, ohne dass Gott das möglich macht. Und das Gebet um Weisheit hat eine besondere Verheißung: Jakobus 1,5! Gott schenkt uns Weisheit durch das Lesen der Bibel. "Dein Wort macht mich klug;... Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege." (Psalm 119,104f) Außerdem hat er uns die Gemeinschaft der Christen gegeben, damit wir andere um Rat fragen können. Wenn ich um Weisheit bete, will ich auch die Möglichkeiten nutzen, die Gott mir zur Erkenntnis der Weisheit gibt. Wenn ich seine Angebote verachte, muss ich mich nicht wundern, dass ich nichts erkenne. Oft entsprechen Gottes Wegweisungen nicht unseren Wünschen. Dann kommt es darauf an, dass wir uns nicht wie knatschige Kinder verhalten, sondern voll Vertrauen und Gehorsam Gottes Geboten folgen.
Gottes Segen! Ihr Ulrich Parzany
Sehr geehrter Herr Parzany,
in der Zeitung Idea habe ich Ihren Artikel gelesen und anschließend Ihr neues Buch bestellt.
Vielleicht können Sie mir behilflich sein.
Am 18.05.1957 kam ich auf die Welt. Drei Monate zu früh.
Mein erster Weg führte mich in die Kinderklinik nach Köln, wo ich im sterbenden Zustand eingeliefert wurde.
Nach 3 Monaten holten mich meine Eltern zurück nach Hause.
Ihnen wurde gesagt: „Normalerweise können diese Kinder nicht laufen, nicht hören und nicht sprechen“
Trotz einer hohen Kurzsichtigkeit und minimalen motorischen Einschränkungen habe ich keine weiteren Beeinträchtigungen davon getragen.
Ich führe mein Überleben auf Gott zurück.
Wegen dieser Einsicht wurde ich stets belächelt, aber davon später.
1972 wurde ich konfirmiert. In diesem Jahr ereignete sich eine schicksalhafte
Begebenheit, welche bis heute ihre Auswirkungen hat.
Im Konfirmandenunterricht habe ich dem Pfarrer eine Frage gestellt.
Dieser belächelte mich und meinte:,, Das musst du symbolisch sehen.“
Nun konnten wir 1972 mit dem Wort symbolisch wenig anfangen.
Wir waren zu dieser Zeit noch Kinder.
Irgendwie fühlte ich mich nicht ernst genommen und fing an zu lesen:Die Bibel, Karl Heinz
Deschner, Peter de Rosa, Karl Bart, Dorothee Sölle,Jörg Zink, Uta Ranke Heinemann, Jürgen Fliege, Jörg Zink, Neale Donald Walsch, Rudolf Augstein, Literatur von so genannten Ethiklehrern,
geschichtliche Literatur und viele andere.
Ich wußte nun, dass die Evangelien erst Jahrzehnte nach Jesu Tod entstanden sind. Das Matthäus, Lukas und Johannes von Markus abgeschrieben haben, dass es keine Berichte von Zeitzeugen gibt (weil diese das Ende der Welt erwachtet haben) und nur wenig historisches(Karl Bart)über Jesus zu finden ist, dass die 66 Bücher willkürlich zusammengesetzt wurden, auf einer Konferenz in Nicäa (325).
Mir fällt es daher schwer, die Bibel als (einziges) Gottes Wort zu sehen, oder Jesus als (einzigen) Sohn Gottes zu betrachten. Da auch diese Lehren auf verschiedenen Konzilen festgelegt worden sind.
Trotzdem glaube ich an einen Gott, der für alle Menschen da ist, der weder nur christliche, moslemische ,buddhistische Lehren (oder andere) vertritt. Dieser Gott ist für mich so groß, dass ich ihn als Mensch nicht begreifen kann und er holt jeden Menschen auf dieser Erde dort ab, wie er (der Mensch) ihn versteht.
Für mich ist Jesus wichtig: 1.) Er hat gelebt 2.) Er hat an Gott geglaubt 3.) Er hat die Nächstenliebe praktiziert, ungeachtet jeglicher Konsequenz.
Dass er für die Sünden der Menschen gestorben ist, dies zu glauben, fällt mir schwer,unter den oben genannten Umständen.
Trotzdem muss etwas Wahres an Jesus dran sein. Nicht umsonst wären so viele Menschen in den Tod gegangen. (z.B. Stephanus, Christenverfolgung)
Dass ich mein Überleben Gott zu verdanken hätte, dieser Gedanke wurde mir als egoistisch, anmaßend und naiv ausgelegt.
Ich möchte sehr gerne eine persönliche Beziehung zu Jesus und Gott bekommen, da mir die heutigen Maßstäbe wie Gier, Besitz, Aussehen, sexuelle Lust mit kombinierter Rücksichtslosigkeit, Verantwortungslosigkeit und Egoismus zuwider sind.
Oft habe ich in Gebeten diesen Wunsch geäußert, aber keine Antwort bekommen.
1994 hatte ich Netzhautablösung mit dem Verlust des linken Augenlichts, 2001 mußte ich mein Einzelhandelsgeschäft mit dem Verlust meines Vermögens schließen,2005 hat sich meine Frau nach 23jähriger Ehe von mir getrennt.
Ich bin auf der Suche nach einem neuen emotionellen Zuhause,
Ich hoffe, Sie halten mich nicht für naiv.
Im Grunde beschäftigt mich das Thema ein Leben (fast 55 Jahre) lang.
Die Aussage „ Es gibt keinen Gott“ halte ich für dumm und anmaßend.
Der Mensch (und sein Wissen) sind nicht das Maß aller Dinge!
Vielleicht können Sie mir helfen.
Vielen Dank im Voraus.
Herzliche Grüße
Andreas
Antwort von Ulrich Parzany:
Lieber Andreas,
danke für Ihre Fragen. Sie haben allen Grund, Ihr Leben als ein Geschenk Gottes zu sehen und ihm dafür zu danken. Das ist nicht naiv und anmaßend, sondern weise und dankbar. Wenn Sie Gott danken, ist das der Ausdruck von Vertrauen. Im 2. Kapitel über "Gebet" habe ich das in dem Buch beschrieben.
Sie schreiben, dass Sie viele Aussagen der Bibel über Jesus und Gott nicht glauben können. Aber dann machen Sie doch bestimmte Aussagen über Jesus und Gott. Woher wissen Sie das? Klar, wir finden unsere eigenen Vorstellungen immer am besten. Aber Gott ist doch nicht so, wie wir ihn uns ausdenken. Es ist eine große Gnade, dass er sich offenbart. Das hat er in Jesus getan. Das ist in der Bibel dokumentiert. Die Indizien für die Glaubwürdigkeit der Bibel sind erstaunlich groß. Dazu finden Sie einige Gesichtspunkte im 3. Kapitel des Buches.
Ich verstehe, dass Sie neue emotionale Geborgenheit suchen. Meine Empfehlung ist, dass Sie in Ihrer Umgebung nach einer lebendigen Gemeinde suchen. Dort werden Sie sicher auch für Ihre Fragen offene Ohren finden.
Ich grüße Sie mit dem Versprechen von Jesus aus Matthäus 7, 7 - 8,
Ulrich Parzany
Lieber Herr Parzany! Es klingt ein bißchen spitzfindig, aber ich möchte es genau wissen: Sind Bekehrung/Umkehr, Wiedergeburt (Wasser und Geist - haben Sie bei Pro Christ vor Jahren mal genial erklärt: Wasser steht für alles, was weggespült, gereinigt, weggeschwemmt wird - Kreuz Jesu- und Geist dafür, daß Gott sich nun mit seinem schöpferischen Geist in mein Leben investiert)und Jesus aufnehmen ("Ich steh vor der Tür...")identisch? Herzliche Grüße!
Antwort von Ulrich Parzany:
Grundsätzlich ja. Aber schon in der Apostelgeschichte lesen wir, dass das Gesamtgeschen der Wiedergeburt auch in verschiedenen Schritten mit unterschiedlicher Reihenfolge geschehen kann. Also nicht schematisieren! Die Einladung von Jesus ("Ich stehe vor der Tür... Offb 3,20) benutzen wir zwar gern als Einladung an Menshcen, die noch nicht glauben, aber in Offenbarung 3,20 ist es an eine christliche Gemeinde gerichtet! Das gibt es also: Christen leben ihr Gemeindeleben, aber Jesus steht draußen vor der Tür. Das macht sehr nachdenklich.
Danke für die klare Antwort!! Noch eine Frage, die mir persönlich zum Verständnis wichtig ist: Sind Himmel (haeven, Dimension Gottes, Welt Gottes) und Reich Gottes (Herrschaft Gottes, Regieren Gottes, Himmelreich) das gleiche?
Sehr herzliche Grüße, Ihr Jörg Thoms
Antwort von Ulrich Parzany:
Die Juden haben aus Scheu, den Namen Gottes zu missbrauchen, ihn manchmal mit "Himmel" umschrieben. So spricht auch Jesus oft vom Reich der Himmel (Luther übersetzt mit Himmelreich). Dieser Ausdruck kommt nur im Matthäusevangelium vor, dort aber sehr oft (Mat. 3,2 - siehe in der Konkordanz unter "Himmelreich"). Hier ist der Ausdruck gleich "Reich Gottes". Wenn das Wort "Himmel" (oft auch in der Mehrzahl) allein steht, ist damit in der Regel die unsichtbare Welt Gottes im Unterschied zu seiner sichtbaren Schöpfung gemeint.
Zwei Fragen, die mir auf den Nägeln brennen, lieber Herr Parzany: 1. Kommt ein Mensch, der ein Kind Gottes geworden ist, umgekehrt ist, ins Gericht und wird aufgrund des Kreuzes Jesu freigesprochen oder kommt er gar nicht (mehr) erst ins Gericht? Hans-Jochen Vogel (SPD) sagte mal bei "Beckmann": "Ich glaube an Gott als den archimedischen Schwerpunkt in meinem Leben. Ich glaube daran, daß ich ihm einmal Rechenschaft abgeben muß. Und das ist auch gut so." 2. Ist es richtig: Durch die Abkehr des Menschen von Gott (Sünde) kamen Tod, Leid, Schmerz, Krieg... in diese Welt. Auch die Vergänglichkeit? Auch Krankheit? Ich würde mich freuen, wenn Sie bei all Ihrer erstaunlich vielen Arbeit zeitnah antworten könnten. Ungeduldig, wie ich in diesen Fragen bin. Ihr Jörg Thoms
Antwort von Ulrich Parzany:
Lieber Jörg Thoms,
Jesus sagt in Joh. 5,24: ".. der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht...". Andererseits spricht er in Mat. 25, 31ff davon, dass alle in das Gericht kommen, aber die einen von Jesus freigesprochen werden. Die Gerechten in Mat. 25, die von ihren Liebeswerken nichts wissen, sind ein Beweis für die Wirkung der Vergebung der Sünden, die alle Schuld wegnimmt und alles, was aus Liebe geschieht,nin Ewigkeit bestehen lässt. - Paulus spricht auch noch von dem Gericht, dass Gott über unsere Arbeit in der Gemeinde halten wird. (1.Kor 3,11 - 17. Wie auch immer das ablaufen wird, wir verlassen uns auf Jesus, der für unsere Sünden gestorben und auferstanden ist. Durch ihn allein sind wir vor Gott gerecht!
Auf Ihre zweite Frage kann ich mit einem kurzen Ja antworten.
Herzliche Grüße Ihr Ulrich Parzany

